Stadtbibliothek Bruchköbel 

Stadtbibliothek

Geschichte der Stadtbibliothek

Das Bibliotheksteam und ehemalige Kolleginnen anlässlich des Dienstjubiläums von Christine Ambrosi im August 2016

Am 20. September 1969 wurde das Bürgerhaus Bruchköbel eingeweiht. "Mit einem Kostenaufwand von 3 Millionen Mark hat sie [die Gemeinde Bruchköbel, Anm. d. Verf.] damit eine Stätte der Begegnung geschaffen, die in jeder Hinsicht vorbildlich ist und stets ein offenes Haus für alle Bürger sein wird", wie Landrat Martin Woythal in seinem Grußwort in der Festschrift schrieb. In den Räumlichkeiten des Bürgerhauses fand auch die neue Bücherei ihr Domizil.

 

Vorausgegangen waren mehrjährige Planungen, in denen als Standort für die Bücherei auch Räume im neuen Rathaus oder in der Altentagesstätte im Gespräch waren. Mit Unterstützung der Staatlichen Volksbüchereistelle konnte schließlich auf 100 m² eine Bücherei mit einem Bestand von rund 2.000 Büchern eröffnet werden. Die Fläche entsprach den Kennzahlen, die für eine Gemeinde mit damals rund 7.000 Einwohnern notwendig waren. Als Anfangsbestand waren 3.600 Bände vorgesehen, obwohl der Soll-Bestand sogar 7.000 Bände hätte betragen müssen. Die Gemeinde erhielt als Landesbeihilfe 12.235 DM für Ausstattung und 30.000 DM für Bücher. Der Erstbestand wurde von der Büchereistelle zusammengestellt. Auch die Bestellungen liefen in den ersten Jahren über diese Stelle.

Wie einem Schreiben der Staatlichen Volksbüchereistelle zu entnehmen ist, hatte das Architekturbüro ursprünglich eine Thekenbücherei geplant, "... in der es dem Leser nicht erlaubt ist, sich die Bücher am Regal selbst auszusuchen. Heute werden in Deutschland gemäß den Vorbildern in den angelsächsischen und nordischen Ländern die Öffentlichen Büchereien als "Freihandbüchereien" eingerichtet. Diese Ausleihform, die es dem Leser ermöglicht, sich seine Bücher am Regal selbst auszuwählen, erfordert eine entsprechende Einrichtung des Büchereiraums."

Mit der Eröffnung der Bruchköbeler Bücherei begann eine Erfolgsgeschichte. Ausleih-, Nutzer- und Bestandzahlen stiegen kontinuierlich. Ein zwischenzeitlicher Anbau 1984 linderte die Platznot nur vorübergehend. Auf Anregung des damaligen Ersten Stadtrats Siegfried Sümmchen kaufte die Stadt Bruchköbel schließlich das historische Gebäude in der Hauptstraße 53 und sanierte es für 2,4 Millionen DM. Ursprünglich 1717 als Kirche der lutherischen Gemeinde errichtet, diente es ab 1835 als Wohnhaus. Seit 1992 bietet die Stadtbibliothek hier auf rund 600 m² und über vier Etagen ein umfangreiches Angebot.