Stadtbibliothek Bruchköbel 

Stadtbibliothek

Literarische Stolperfallen mit Bravour gemeistert

Julie Schenk gewinnt Vorlesewettbewerb der Heinrich-Böll-Schule

Lesen ist mehr als eine sogenannte Schlüsselqualifikation. Lesen macht Spaß. Den Beweis hierfür erbrachten die 11 Mädchen und Jungen der Jahrgangsstufe 6 der Heinrich-Böll-Schule, die sich am jährlich stattfindenden Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels beteiligten. Austragungsort war auch in diesem Jahr die Stadtbibliothek Bruchköbel, die eng mit den ortsansässigen Schulen kooperiert und dieser Veranstaltung einen festen Platz in ihrer Jahresplanung einräumt.

Aufregung pur – so könnte man den Gemütszustand der teilnehmenden Kinder treffend beschreiben. Dabei hatten sie sich bereits im Vorentscheid als Klassensieger durchsetzen können. Jetzt aber galt es, eine 6-köpfige Jury zu überzeugen und unter den Teilnehmern den Schulsieger zu ermitteln, der im kommenden Jahr am Kreisentscheid des Wettbewerbs teilnehmen wird.

„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Böden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Mit diesem Zitat von Hermann Hesse begrüßte der Rektor der Heinrich-Böll-Schule, Herr Ernst Münz, die Zuhörerschaft und versuchte den Kindern ein wenig von der Aufregung zu nehmen. Auch Frau Anita Ploch, Lehrerin der Heinrich-Böll-Schule und Organisatorin des Wettbewerbs, richtete einige aufmunternde Worte an die Teilnehmer und betonte, dass Versprecher nicht überbewertet würden.  

Im ersten Durchgang stellten die Teilnehmer jeweils einen von ihnen selbst gewählten Buchtitel vor und lasen daraus eine 3-minütige Passage. Hier zeigte sich, dass Bücher von J. K. Rowling bei Kindern immer noch hoch im Kurs stehen. Gleich zwei Mal waren Titel aus der Harry-Potter-Reihe vertreten.

Um Teilnehmern und Zuhörerschaft, bestehend aus der Klasse 6e der Heinrich-Böll-Schule und einigen Angehörigen eine kurze Pause zu gönnen, konnte man sich nach diesem Teil des Wettbewerbs mit Brezeln und Getränken stärken.

Im zweiten Durchgang ging es darum, einen den Kindern unbekannten Text aus dem Buch „Tagebuch eines Möchtegern-Versagers“ von Luc Blanvillain vorzulesen. Eine Herausforderung, die mit Bravour gemeistert wurde. Selbst Worte wie „bakterielle Apokalypse“ oder „Kinderpsychologie“ wurden nicht zur Stolperfalle. Zudem war es begeisternd zu sehen, wie angetan selbst die Vorleser von dem ausgewählten Buch waren. So konnte sich der ein oder andere beim Lesen des lustigen Inhalts das Lachen nicht verkneifen. 

Nachdem sich die Jury zur Beratung zurückgezogen hatte, standen schließlich die Sieger des diesjährigen Vorlesewettbewerbs fest. Den ersten Platz belegte Julie Schenk, die sich als Titel „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ ausgewählt hatte und im kommenden Jahr am Kreisentscheid teilnehmen wird. Platz zwei ging an Freya Hohenberger gefolgt von Sofia Genthner, die den dritten Platz belegte. Die drei Erstplatzierten wurden mit einem vom Förderverein der Heinrich-Böll-Schule gestifteten Buchgutschein sowie einem kleinen Präsent belohnt. Für alle Teilnehmer gab es eine Urkunde und jeweils kräftigen Applaus.

Lesefreudige Kinder, spannende, lustige Lektüre, aufmerksame Zuhörer. Das war das Fazit des kurzweiligen Vormittags. Ein Wettbewerb, der im nächsten Jahr erneut seine Wiederholung finden wird.